Schön zu hören: Marion Hammerl

Die Wildbienen summen wieder

Wo viele Wildbienen summen, geht es der Natur gut. Ein Projekt von PRO PLANET konnte die Zahl dieser Insekten im Apfelanbaugebiet am Bodensee mehr als verdoppeln. Das erzählt Marion Hammerl, Geschäftsführerin der Bodensee-Stiftung.

Das mittlerweile zehnjährige Engagement hat gefruchtet, wie „Volkszählungen“ unter Wildbienen ergeben haben: „Wir konnten bei dem letzten ‚Monitoring‘ insgesamt 112 Wildbienen-Arten nachweisen, das ist eine Verdopplung der ursprünglichen Zahlen von vor zehn Jahren“, erzählt Marion Hammerl, Geschäftsführerin der Bodensee-Stiftung, die für PRO PLANET als Projektpartner vor Ort das erfolgreiche „Apfelprojekt“ am Bodensee von Anfang an begleitet hat.

Geht es der Wildbiene gut, profitieren auch viele andere Tier- und Pflanzenarten: „Wildbienen-Arten gelten als wichtige Anzeiger für wertvolle und artenreiche Biotope!“

Beim im südlichen Zipfel Baden-Württembergs gestarteten Projekt machen inzwischen mehr als 130 Obstbauern der Region mit. Das sind nahezu alle hauptberuflichen Apfelproduzenten am deutschen Nordufer des Bodensees. Sie verpflichten sich, auf ihren Anbauflächen den Insekten neue Lebensräume zu schaffen. Eine besonders wichtige Rolle spielen dabei Blühstreifen zwischen den Apfelreihen sowie der Bau von Nisthilfen. Diese und weitere Maßnahmen schaffen neue Lebensräume und Rückzugsorte für die Insekten, die durch den landwirtschaftlichen Flächenverbrauch verdrängt worden sind.

Marion Hammerl

„Wildbienen-Arten gelten als wichtige Anzeiger für wertvolle und artenreiche Biotope!“

Besonders erfreulich: Unter den beobachteten Wildbienen fanden sich auch 25 Arten, die landesweit als bedroht oder „nicht ungefährdet“ angesehen werden – darunter auch die landesweit stark gefährdete Schwarzblaue Sandbiene. Die Gesamtzahl der Insekten nahm ebenfalls spürbar zu. Darüber freuten sich als Erste die Obstproduzenten: „Die Wildbienen sind wertvolle Bestäuber – weil sie viel emsiger noch als die Honigbienen sind“, weiß Marion Hammerl.

Das Projekt zeigt: Auch intensiv genutzte Obstanlagen können Lebensraum für eine große Anzahl von Wildbienen sein. „Alle reden vom Rückgang der Insekten und fordern zu Recht Maßnahmen zur Verbesserung. Unser Projekt macht deutlich, dass hier eine Trendwende möglich ist“, freut sich die Naturschützerin.

2019

2019 gewann das PRO PLANET-Apfelprojekt am Bodensee den „European Bee Award“.

540

Die 540 Obst- und Gemüsebauern des PRO PLANET-Biodiversitätsprojekts in Deutschland und Österreich stellten auf ihren Anbauflächen unter anderem rund 6.500 Insekten-Nisthilfen, fast 13.300 Nistkästen für Vögel sowie mehr als 2.200 Sitzstangen für Greifvögel auf. 

2019

Seit 2019 ist das PRO PLANET-Apfelprojekt ein offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt.

Die Trendwende funktioniert übrigens auch im größeren Maßstab: Mit Unterstützung weiterer Partner – dem NABU, BirdLife Österreich, der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft und ihrer Schwesterstiftungen – wurde das PRO PLANET-Apfelprojekt als übergreifendes „Biodiversitätsprojekt“ auf weitere Kulturen und Erzeuger in ganz Deutschland ausgeweitet und wird auch in Österreich umgesetzt. 

Angeschlossen sind insgesamt mittlerweile 540 Erzeuger, die außer Äpfeln beispielsweise Birnen, Kirschen, Zwetschgen, Heidelbeeren, Brombeeren, Romanasalatherzen, Brokkoli, Chinakohl, Eisbergsalat, Möhren, Kartoffeln oder Zwiebeln anbauen. Und überall profitiert die Natur von den PRO PLANET-Maßnahmen: Bundesweit wurden 888 Hektar Blühflächen angelegt– das entspricht der Fläche von mehr als 1.244 Fußballfeldern. Hinzu kommen gut 26.000 neu gepflanzte Bäume, Sträucher und Heckenpflanzen sowie rund 6.500 Insekten-Nisthilfen, über 13.300 Nistkästen für Vögel und mehr als 2.200 Sitzstangen für Greifvögel, die natürliche Schädlingsbekämpfer sind.

Das ist doch schön zu hören – freuen auch Sie sich über die gute Nachricht? 

Dann schauen Sie doch beim nächsten Einkauf, ob Sie das PRO PLANET-Label auf dem Obst und Gemüse bei REWE, PENNY und nahkauf entdecken! 

Zur Person

Marion Hammerl studierte Betriebswirtschaft, lebte lange in Spanien. Dort gründete sie gemeinsam mit spanischen Naturschützern die Stiftung „Fundación Global Nature“. Von 1997 bis 2015 war sie ehrenamtliche Präsidentin der Fundación. Seit 1998 ist Marion Hammerl als Geschäftsführerin bei der Bodensee-Stiftung tätig, seit 2002 auch als ehrenamtliche Präsidentin des „Global Nature Fund“. 2012 bekam sie vom Bundespräsidenten das „Verdienstkreuz am Bande“ verliehen.

Eine mit Äpfeln gefüllte Holzbox steht auf einer Wiese. Diese grenzt links an Apfelbäume und rechts an verschiedene Sträucher.

Das tun wir für: Biodiversität

Gemüse und Obst erhält unser PRO PLANET-Label, wenn es von deutschen Obst- und Gemüse­anbaubetrieben stammt, die Maßnahmen für den Erhalt der biologischen Vielfalt beim Anbau umsetzen.
Nahaufnahme einer Ananas und mehrerer Bananen

Das tun wir bei: Bananen und Ananas

Bananen und Ananas mit dem PRO PLANET-Label müssen aus Betrieben stammen, die mit Rainforest Alliance, Fairtrade oder Bio zertifiziert sind. Um zusätzlich konkrete Maßnahmen für einen verantwortungsvolleren Anbau von tropischen Früchten zu unterstützen, hat die REWE Group 2013 den Mittelamerika-Fonds gegründet.
Zwei Hände drücken frische Erde um eine junge Pflanze in einem Blumenkasten fest.

Das tun wir bei: Gartenerde

Gartenerde erhält unser PRO PLANET-Label, wenn sie torffrei ist. So wird die Erhaltung von Torfmooren und damit der Schutz gefährdeter Tier- und Pflanzenarten gefördert.
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Eine mit Äpfeln gefüllte Holzbox steht auf einer Wiese. Diese grenzt links an Apfelbäume und rechts an verschiedene Sträucher.

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Zwei Hände drücken frische Erde um eine junge Pflanze in einem Blumenkasten fest.

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